Aktion Nachhaltigkeit

Klimaschutztag in Springe

Zum Anlass des Springer Klimaschutztages am 10. Juni diesen Jahres haben wir, eine kleine Gruppe Schülerinnen und Schüler vom Otto-Hahn-Gymnasium Springe eine Aktion für unsere Region gestartet. Wir wollen zeigen, dass wir an unsere Zukunft und an unsere Umwelt denken. Wir finden es wichtig, nachhaltig mit der Umwelt umzugehen. Damit Sie die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in unserer heutigen Zeit verstehen können, haben wir fünf wichtige und spannende Themen ausgesucht, von denen wir gerne berichten möchten.

Ökologische Grenzen des Wachstums

Die natürliche Umwelt ist in doppeltem Sinne von entscheidender Bedeutung für Entwicklung. Einerseits stellt sie die für die menschliche Existenz erforderlichen, aber limitierten Ressourcen in Form von Rohstoffen, Energieträgern, Nahrungsgütern etc. und in Form von öffentlichen Gütern wie Luft, Wasser und Boden zur Verfügung. Andererseits dient die Natur als Deponieraum für verbrauchte Ressourcen (z. B. feste und flüssige Abfälle, Emissionen etc.).
Besonders in Wirtschaft und Industrie sollte darauf geachtet werden jegliche Gefahren für die Umwelt durch Abfälle und Emissionen zu verhindern. Global ist dieses ein großes Problem, weil viele Länder ihren Müll nicht vernünftig entsorgen. In China gibt es durch ein starkes Wachstum der Chemieindustrie viel krebserregenden und umweltschädlichen chromhaltigen Sondermüll. Dieser Müll wurde über Jahre nicht entsorgt, sodass noch über 6 Millionen Tonnen umweltschädlicher Chemieabfall in China die Natur gefährden.
Ziel soll es sein, ein globales System zu schaffen, in dem Öko­nomie und Ökologie einen gleichwertigen Stellenwert haben. Durch eine Schädigung der Umwelt aus Profitgründen kann weder nachhaltig noch langzeitig gewirtschaftet werden. Man sollte auch bezüglich des Wirt­schafts­wachstums ökologische Grenzen setzen, damit auch nachfolgende Generationen auf die Ressourcen unseres Planeten zurückgreifen können.

1,3 Milliarden Menschen ohne Strom

Gegenwärtig haben circa 1,3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Strom. Wie kann das in so einer globalisierten Welt sein? Rund 2,7 Milliarden Menschen nutzen demnach Holz, Kohle oder tierische Fäkalien zum Kochen und zum Heizen ihrer Unterkünfte. Durch den Rauch werden viele krank, woran fast zwei Millionen Menschen jedes Jahr sterben. Darüber hinaus tragen die Abgase sowie das Abholzen von Wäldern zum Klimawandel bei.
Die EU-Kommission will zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsländer versuchen, bis zur UN-Konferenz Rio+20 im Juni 2012 zur nachhaltigen Entwicklung zusätzliche Hilfe in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro zu mobilisieren. Durch die neue EU-Initiative „Energie für die Entwicklung“ sollten 500 Millionen Menschen mehr als heute bis 2030 Zugang zu nachhaltiger Energie haben.
Die Kraft der Gesellschaft in der Entwicklungszusammenarbeit zu nutzen ist seit langem ein Anliegen der EU. In Ländern wie Äthiopien, Uganda oder Kenia heizen die Menschen größtenteils mit Kerosinlampen. Die neuen Alternativen sind Solarzellen, die von der EU subventioniert werden und als Entwicklungshilfe und nachhaltige Stromquellen für Länder wie Kenia einen Ausbau der Infrastruktur ermöglichen sollen. Dort leben 84% aller Menschen ohne Strom.

CO2-Zertifikate

Der Verkauf von CO2-Zertifikaten oder auch EKF (= Energie- und Klimafonds), ist eine umweltpolitische Maßnahme im Rahmen des weltweiten Emissionshandels. Staaten, Firmen oder Industriezweige bekommen gewisse Emissionsrechte – eben die CO2-Zertifikate – zugeteilt, die ihnen zugestehen, eine gewisse Menge an Emissionen, beispielsweise Kohlendioxid (CO2), zu produzieren. Liegt der jeweilige Ausstoß jedoch über der in den Zertifikaten festgelegten Menge, müssen die Produzenten weitere CO2-Zertifikate erwerben, um die zusätzlichen Emissionen abzudecken. Wird jedoch weniger Kohlendioxid produziert, als im Zertifikat festgelegt, zum Beispiel durch den Betrieb von umweltschonenden Anlagen oder den Einsatz von regenerativen Energieträgern, können die Produzenten ihre überschüssigen Emissionsrechte an andere Staaten, Firmen oder Industriezweige verkaufen.
Aktuell liegt der Zertifikatspreis für eine Tonne CO2 bei knapp 9 Euro. Die Einnahmeerwartungen lagen zu Beginn bei rund 17 oder 18 Euro – das heißt, dass der Emissionshandel derzeit nicht die Einnahmen liefern kann, die auch für bestimmte Klimaschutzförderprogramme oder auch zur Finanzierung der Energiewende in Deutschland gebraucht würden.
Die Einnahmen aus den Klimafonds sollten zu 85% die nationale Energiewende finanzieren. Durch den billigen Verkauf wurde jedoch viel zu wenig eingenommen, sodass die Bundesregierung nun gezwungenermaßen wichtige Programme kürzen musste. Dies war zum Beispiel die Kürzung des Gebäudesanierungsprogramms der Kreditanstalt für Wiederaufbau von 1,5 Milliarden auf 900 Millionen Euro.

Noch nicht alle Menschen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser

783 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Das entspricht rund 11 Prozent der Weltbevölkerung.
Im Jahr 2000 haben die Vereinten Nationen ein „Milleniumziel“ formuliert: Bis 2015 soll die Anzahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser halbiert werden. Dieses Ziel wurde bereits jetzt erreicht. 1990 lag die Zahl der Menschen mit Wasserversorgung bei 76 Prozent. Experten vermuten, dass bis 2015 sogar 91 Prozent der Menschheit einen sauberen Zugang zu Wasser haben    werden.
Trotzdem sterben täglich circa 3000 Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Durchfall, weil sie verschmutztes Wasser getrunken haben. Im südlichen Afrika besitzen 40 Prozent der Menschen keinen Wasseranschluss. Sie müssen ihren täglichen Bedarf aus entfernten Flüssen schöpfen; das geschöpfte Wasser besitzt jedoch keine „Trinkqualität“.
Noch drastischer ist die weltweite Versorgung mit sanitären Anlagen. Nur 63 Prozent der Weltbevölkerung haben einen Zugang zu Toiletten oder Latrinen. 2,5 Milliarden Menschen haben dies nicht, das entspricht mehr als einem Drittel der Weltbevölkerung. Laut Erwartungen werden es 2015 zwar 67 Prozent sein, das Ziel lag jedoch bei 75 Prozent. 1,1 Milliarden Menschen haben keine andere Möglichkeit als ihren Kot im Freien loszuwerden. Sie können sich auf Grund der mangelnden Hygiene mit gefährlichen Krankheiten infizieren und verschmutzen das Grundwasser. Ein krasses Beispiel stellt Indien dar: Es haben mehr Leute ein Mobiltelefon als eine Toilette. Dieses Problem muss bekämpft werden.

Wie fair ist das Coltan in unseren Handys gehandelt?

Coltan ist ein sehr seltenes Erz, dessen Hauptlagerstätten in Zentralafrika liegen, genauer gesagt im Kongo. Es steckt in jedem Handy und Laptop, weil es nahezu unerlässlich für die Produktion leistungsfähiger Kondensatoren ist, wie sie in solchen Geräten benötigt werden. Der Abbau in der Demokratischen Republik Kongo findet jedoch unter menschenrechtsverachtenden Bedingungen statt: Kinderarbeit auf der einen Seite, Umweltzerstörung auf der anderen Seite, etwa die des Lebensraums der bedrohten Gorillas im Kongo.
Die Bergwerke und der Handel mit dem begehrten Coltan werden von den Warlords der Rebellenbewegung kontrolliert. Die Coltangewinnung finanziert somit die Fortsetzung des Bürgerkrieges, weil die Rebellen mit den Gewinnen Soldaten bezahlen und neue Waffen kaufen können. Die lokale Bevölkerung kann weiterhin auf brutale Art und Weise unterdrückt werden.
Diesem Thema sollte international mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Politik steht in der Pflicht, den Handel mit Coltan aus dem Kongo einzuschränken, wenn sich die Bedingungen vor Ort nicht grundlegend ändern. Die USA haben bereits erste Gesetze zu dieser Problematik erlassen, welche den am Handel beteiligten Unternehmen Dokumentations- und Veröffentlichungspflichten über die Herkunft des Coltans auferlegen. Andererseits sollte die Wissenschaft nach alternativen Materialien für die Herstellung der technischen Komponenten forschen.

Tipps für Nachhaltigkeit

Benutzen Sie doch mal Ecosia!
Ecosia ist eine alternative Suchmaschine, welche den größten Teil ihrer Einnahmen der Regenwald-Schutzorganisation WWF spendet. So schützen Sie ganz nebenbei bedrohte Waldgebiete in Südamerika!  www.ecosia.org

Benutzen Sie Recyclingprodukte und Produkte, die sich recyclen lassen! Recyclingprodukte sparen enorme Mengen Energie bei der Herstellung ein und sind umweltschonend!

Kaufen Sie regional und saisonal ein! So werden Emissionen, die durch die Transportwege entstehen, deutlich verringert!

Schalten Sie Ihre Elektrogeräte ganz aus und vermeiden Sie den Standbymodus! Bauen Sie Stromleisten mit Schalter ein und schalten Sie diesen bei Nichtbenutzung der Geräte aus. Sie sparen Strom und außerdem Geld!

Schon eine kleine Veränderung unserer Gewohnheiten kann in Sachen Nachhaltigkeit eine Menge bewirken!