Umweltschule

Klimaschutz und Nachhaltigkeit gibt es auch am OHG

In den letzten zwei Jahre hat sich einiges am OHG in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz getan: So wurden um den neuen „Bunker“ herum von einigen motivierten Schülerinnen und Schülern unter der Leitung von Herrn Kohser Obstbäume gepflanzt und eine Blumenwiese angelegt und dadurch ein toller Beitrag für unsere Umwelt geleistet. Blumenwiesen geben Insekten einen Lebensraum und helfen dabei, die Biodiversität zu erhalten und Äpfel, die direkt vom Schulgelände kommen sind bei weitem besser als Äpfel, die aus Neuseeland kommen und schon eine halbe Weltreise hinter sich haben. Das Gleiche gilt für das Gemüse aus dem Schulgarten, das von den Teilnehmern der Schulgarten-AG angebaut wird.

Vor gut einem Jahr hat die Schulgarten-AG, an der 15 SchülerInnen aus den Jahrgängen 5-7 teilnahmen unter Leitung von Frau Gudjonsdottir begonnen, den Schulgarten wieder zu reaktivieren. Teilweise wurde die AG dabei auch von der Lebenshilfe unterstützt. Seit Anfang 2020 besteht eine Kooperation mit der Gemüseackerdemie, die gemeinsam mit der Schulgarten-AG die Ackerfläche geplant, die AG mit Jungpflanzen und Saatgut versorgt und bei der Pflanzung der Pflanzen und der Aussaat unterstützt hat.

Momentan pflegen die SchülerInnen aus dem WPK Natur und Technik der Jahrgänge 8 und 9 den Schulgarten. Die Schulgarten-AG wird aber im 2. Halbjahr auch für den 7. Jahrgang angeboten. Durch die Kooperation der Gemüseackerdemie mit der Cafeteria können wir uns womöglich schon bald auf Gemüse freuen, dass direkt neben unserer Schule produziert wurde.

Auch Hühner soll es schon bald am OHG geben. In der Hühner-AG engagieren sich ca. 30 Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Frau Warneke. Die AG richtet sich vor allem an die Jahrgänge 5-8. Bei dem Projekt geht es in erster Linie darum, Verantwortung zu übernehmen und Erfahrung zu sammeln, aber auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit ist die Hühner-AG eine gute Sache.

Im Rahmen des 10. Weltklimaschutztag im August 2019 in Springe war auch das OHG mit einem Stand am vertreten. Hier präsentierte das OHG bereits den wieder in Betrieb genommenen Schulgarten, zeigte auf, wie einfach es ist, etwas anzupflanzen, bot eine Mitmachaktion zum Schätzen von Emissionen an und informierte über die aktuelle Lage der globalen Wälder. Außerdem wurde veganes Essen gegen eine Spende für den Schulgarten angeboten.

Ein weiteres Projekt, das sehr viel mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu tun hat, ist das Projekt „Schulwald“ in Kooperation mit der „Stiftung Wald“. SchülerInnen des WPKs Natur und Technik haben sehr viel Arbeit in die Planung des Waldes gesteckt, so haben Sie z.B. Bodenproben entnommen und analysiert und einen detaillierten Plan für die Pflanzung des Schulwaldes erstellt. Auch der Pflanztag war schon komplett durchorganisiert. Offenbar haben jedoch außerschulische Institutionen, die am Projekt beteiligt waren, letzte rechtliche Überprüfungen versäumt, so dass der Pflanztag sehr kurzfristig abgesagt werden musste, da rechtlich vorgeschriebene Abstände nicht eingehalten wurden. Die beteiligten Schüler, Frau Schmidt, sowie die Schulleitung haben bei dem Projekt stets ihr Bestes gegeben. In Vergessenheit geraten ist der Schulwald noch nicht, der Plan, einen Schulwald zu pflanzen besteht nach wie vor.

Des Weiteren gibt es eine Upcycling-AG am OHG, in der viele Gegenstände, die man vermutlich als Müll bezeichnen und somit wegwerfen würde, von SchülerInnen so umgestaltet werden, dass man sie weiterhin gerne verwendet. Dabei wird sehr viel Wert daraufgelegt, dass die verwendeten Materialien Abfallprodukte sind, die sonst entsorgt werden würden. So entstanden beispielsweise schon Portemonnaies aus alten Tetrapacks, Weihnachtsschmuck, Windlichter und sogar Pinnwände aus alten Bilderrahmen und Korken. Auch im WPK Jg. 9 war Upcycling ein Thema und so sollten die SchülerInnen dieses WPKs ursprünglich das Nähen in der Nähwerkstatt des Nachbarschaftsladen Doppelpunkt erlernen. Leider musste dieses Projekt für dieses Jahr durch Corona bedingt ausfallen.
Dann gab es dieses Jahr auch noch die Waldaktionstage die am 23.,24. und 25.09. stattfanden. Dabei wurde unter anderem der Abbauprozess von Kunststoff (Becher, Folie), Aluminium und Glas, sowie die Wiederverwertbarkeit dieser Materialien thematisiert.

Es gibt also schon eine große Bandbreite an Projekten am OHG zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Mit all diesen Projekten (vor allem dem Schulgarten und den Hühnern) hat das OHG sich auf den Titel „Umweltschule in Europa“ für das Jahr 2022 beworben.

Ein paar Anregungen sind uns aber trotzdem noch eingefallen: Man könnte beispielsweise das Angebot der Cafeteria noch ein wenig mehr auf regionale Produkte auslegen und mehr vegetarische und vegane Alternativen anbieten.

Ein wirklich fataler Aspekt in Bezug auf den Klimaschutz ist das Problem mit der Zentralheizung der Schule. Gerade jetzt in Zeiten von Corona steht das Fenster fast immer offen und die Heizung ist an, in vielen Klassenräumen lässt sich diese aber nicht abstellen oder regulieren, sodass oft für draußen mitgeheizt wird. Allerdings ist das ein Problem, was nur mit der Stadt Springe zusammen angegangen werden kann. Erfreulich ist aber, dass die Photovoiltaikanlage auf dem Dach des OHGs (wieder) funktioniert.

Anregungen hätten wir auch zur Gestaltung des Außengeländes des OHG, bei der die Stadt Springe auch einen wesentlichen Anteil dran hat. Dort wurden innerhalb der letzten Jahre viele Bäume gefällt und dort wo Büsche wuchsen sind nun Rasenflächen. Dieser Umgestaltung von Teilen des Außengeländes stehen viele Schüler eher abgeneigt gegenüber und auch im Hinblick auch den Klimaschutz war diese nicht besonders hilfreich. Rund um das Schulgebäude sind viele Grasflächen entstanden, die nicht nur langweilig aussehen, sondern auch nicht wirklich ökologisch wertvoll sind. Diese Flächen würden sich optimal für weitere Blumenwiesen eignen und es wäre auch noch viel Platz für ein paar weiter (Obst-) Bäume, nicht nur an den „neu“ frei gewordenen Flächen um das Gebäude herum: Man könnte auch überlegen, ob man nicht generell die riesigen Grasflächen um das OHG nutzt um dort weitere Bäume zu pflanzen und Blühwiesen anzulegen.

Abschließend kann man aber festhalten: Die Aspekte Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielen am OHG schon eine wichtige Rolle und vor allem in den letzten zwei Jahren sind viele neue und interessante Projekte zu diesen Themen entstanden und es werden sicherlich auch in der Zukunft noch viele neue und spannende Projekte entstehen!

Katja Galler, Jahrgang 12

Hühner-Projekt

Schulgarten

Bienen-Projekt

Umwelt-AG

Upcycling-AG

 

 

Ida Baumann und Ferike Rüdiger vom Otto-Hahn-Gymnasium Springe erreichen Bundesfinale im Präsentationswettbewerb „Jugend präsentiert“

Mit ihrer Präsentation zur zum Thema „Plastikmüll in den Ozeanen“ bewiesen Ida Baumann und Ferike Rüdiger aus der 11c des Otto-Hahn-Gymnasiums ihr Präsentationskönnen beim Länderfinale von „Jugend präsentiert“ und qualifizierten sich damit für das Bundesfinale. Der Präsentationswettbewerb kürt jährlich bundesweit die besten naturwissenschaftlich-mathematischen Präsentationen. Zudem gewinnen Ida und Ferike die Teilnahme an der Präsentationsakademie, einem intensiven Präsentationstraining mit professionellen Rhetoriktrainerinnen und -trainern der Forschungsstelle Präsentationskompetenz der Universität Tübingen. Mit ihnen ziehen aus Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt zwölf weitere Schülerinnen und Schüler in das Bundesfinale ein, das im September in Berlin stattfindet. Insgesamt hatten sich mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler bundesweit und aus deutschen Auslandsschulen am diesjährigen Wettbewerb beteiligt, 450 Schülerinnen und Schüler hatten sich für ein Länderfinale qualifiziert.

Zuvor hatten sich Ida und Ferike auf Vorschlag Ihres Erdkundelehrers Christian Lange mit einem Video ihrer Präsentation zum Thema „Plastikmüll in den Ozeanen“ für das Landesfinale beworben. Das Video entstand im Rahmen eines Vlogging-Projektes zum Thema Nachhaltigkeit im Erdkundeunterricht der 11. Klasse. In einem Erklärvideo werden die Ursachen und Folgen der Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll anschaulich und verständlich mit Hilfe von Fotos und Papierschnipseln erklärt. Das Video überzeugte: Ida und Ferike qualifizierten sich für das Landesfinale Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt.

Schlüssig und anschaulich ein MINT-Thema präsentieren

Das Länderfinale Niedersachsen,Bremen und Sachsen-Anhalt fand auch in diesem Jahr pandemiebedingt online statt. Die besondere Herausforderung für die Teilnehmenden bestand darin, das eigens gewählte Präsentationsthema in sechs Minuten mit ausschließlich digitalen Medien zu präsentieren. Die Schülerinnen und Schüler reichten ihre Präsentationen online als Video ein. Eine Jury aus Lehrkräften sowie Rhetorik-Expertinnen und Experten hat die Bewerbungsvideos dann ausgewertet. Dabei sollte die Präsentation eine naturwissenschaftlich-mathematische Fragestellung schlüssig und anschaulich beantworten.

Um sich für ein Länderfinale zu qualifizieren, hatten die Schülerinnen und Schüler zunächst ein fünfminütiges Video ihrer Präsentation oder ein Erklärvideo eingereicht. Daneben gab es die Möglichkeit, sich über einen Schulwettbewerb zu qualifizieren, den die Schulen individuell durchführen können. Im gesamten Wettbewerb kommt eine Jury zum Einsatz, die aus Rhetoriktrainerinnen und -trainern, Lehrkräften, Alumni des Wettbewerbs sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besteht. Sie bewertet die Präsentationen nach der Art der Darstellung, also etwa dem Einsatz von Körpersprache und Stimme oder ob die Gestaltung der Präsentationsfolien dem Thema und den Adressaten angemessen ist. Zudem ist die sachliche Richtigkeit in der Darstellung des Themas ein wichtiges Kriterium.

 

Präsentations-Coachings für die Landessiegerinnen und Landessieger

Christian Kleinert, der das Projekt „Jugend präsentiert“ leitet, erzählt, dass die Teilnehmenden in diesem Jahr bereits auf Landesebene in Form von individuellen Coachings die Möglichkeit erhalten, ihre Präsentationsfähigkeiten auszubauen. „Dadurch haben noch mehr Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich in ihrem Können zu beweisen und wertvolle Erfahrungen im Bereich Präsentationskompetenz zu sammeln”, erklärt er weiter. Die Coachings werden ebenfalls von Rhetorikexpertinnen und -experten der Universität Tübingen durchgeführt.

Neben Präsentationen in Präsenz hat mit der Corona-Pandemie die Online-Präsentation Raum im Wettbewerbsverlauf gewonnen. Die Schülerinnen und Schüler werden daher bei den Coachings auch gezielt darin geschult, den kommunikativen Herausforderungen einer Online-Präsentation zu begegnen, etwa der veränderten Beziehung zum Publikum oder der Situation der Körpersprache.

Um auch das Interesse an naturwissenschaftlich-mathematischen Themen zu fördern, erhalten die Teilnehmenden im Verlauf des Wettbewerbs immer wieder Einblicke in die Forschung des MINT-Bereichs. Beim LänderfinaleNiedersachsen,Bremen und Sachsen-Anhalt hielt Frank Fischer eine Keynote zum Thema „Abenteuer Raumfahrt – Die Zukunft des Jetzt“. Fischer leitet das Schülerlabor des „Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt“, das„DLR_School_Lab“ in Braunschweig, und vermittelte den Teilnehmenden mit seinem Vortrageinen Eindruck seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Die Initiative „Jugend präsentiert“

„Jugend präsentiert“ ist eine bundesweite Bildungsinitiative der Klaus Tschira Stiftung, Heidelberg, in Kooperation mit Wissenschaft im Dialog, Berlin. Die Initiative wurde 2011 ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Präsentationskompetenz von Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen zu fördern. „Jugend präsentiert“ richtet jährlich einen Präsentationswettbewerb aus und bietet kostenfreie Unterrichtsmaterialien und Lehrkräftetrainings an. An Grundschulen richtet sich die Initiative mit dem Programm „Jugend präsentiert Kids“. Die Materialien sowie die Trainings werden von einem Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen entwickelt und durchgeführt. Hier wird die Wirkung des Vorhabens zudem wissenschaftlich evaluiert.

Artikel in der HAZ vom 13.04.2022:

 

Die „Klimakrise“ aus der Sicht von Experten

Am 12.11.2019 haben sich neun Schülerinnen und Schüler aus dem 10. und 11. Jahrgang des OHG gemeinsam mit Herrn Haak auf den Weg nach Herford zum „Klimakongress für Schüler“ gemacht, um dort den Ursachen und Gründen, aber auch Lösungsmöglichkeiten in Bezug auf den Klimawandel nachzugehen.

Die von vier Schüler-Moderatoren geleitete Veranstaltung begann mit einem Vortrag von Prof. Dr. Peter Lemke, einem ehemaligen Mitarbeiter des IPCCs (Weltklimarates) und ehemaligem Besatzungsmitglied des Polarforschungsschiffes „Polarstern“.

Lemke erklärte zunächst grundlegende Abläufe des Kohlenstoffkreislaufes, darunter auch die CO2-Quellen und Senken. Erstaunlich ist, dass von dem emittierten (ausgestoßenen) CO2 22 % in den Ozeanen und 29 % in den Wäldern wieder gebunden wird. Nur 44 % davon gelangen in die Atmosphäre. Trotzdem sei das viel zu viel, so Lemke. Seit Beginn der Industrialisierung steige der CO2-Gehalt in unserer Atmosphäre schneller als jemals zuvor in der Erdgeschichte. Und dieser Anstieg an CO2 in unserer Atmosphäre hänge mit dem Anstieg der globalen Temperaturen von mittlerweile 1 °C seit Beginn der Industrialisierung zusammen, erklärte Lemke und auch alle anderen referierenden Experten.

Trotzt der Tatsache, dass 97 % der Naturwissenschaftler der Meinung sind, dass es den Klimawandel gibt und dass er gewaltige Auswirkungen auf die Menschheit haben werde, gibt es immer noch viele „Klimawandelleugner“. Häufig begründen diese ihre Ansicht damit, dass C02 nur einen geringen Teil des Treibhauseffekts ausmache. Das stimmt auch: Während CO2 nur 26 % der Treibhausgase in der Atmosphäre ausmache, sei es vor allem Wasserdampf, der mit ca. 60 % zum den natürlichen Treibhauseffekt beitrage. Entscheidend sei aber, dass sich nur ein begrenzter Anteil an Wasserdampf in der Atmosphäre sammeln könne. Ab einem bestimmten Grad ist die Luft in der Atmosphäre mit Wasser gesättigt, d.h. sie kann nicht mehr Wasser aufnehmen – es regnet also. Von den Treibhausgasen sei es also vor allem C02 (aber auch Lachgas und Methan), welches in der Atmosphäre stetig mehr werde, parallel zur Globalen Durchschnittstemperatur, welche stetig steigen, veranschaulicht Lemke.

Lemke zeigt anhand verschiedener Grafiken des IPPCs, dass sich das globale Klima seit Anfang des 20. Jahrhunderts schon um etwa 1 °C erwärmt hat. Um die Folgen des Klimawandels realistisch begrenzen zu können, müsse die globale Temperaturerhöhung auf am besten 1,5 °C, im Mindesten aber 2 °C begrenzt werden. Dabei ist das 1,5 °C -Ziel nicht mehr sonderlich realistisch, da wir, um dies zu realisieren in 15 Jahren die CO2-Emissionen abrupt stoppen müssten – und das weltweit. Für die Einhaltung des 2 °C-Ziels haben wir immerhin noch 35 Jahre, bis der Wert für den CO2-Gehalt in der Atmosphäre stagnieren müsse, so stehe es im Bericht des IPCCs. Um wenigstens dieses Ziel zu erreichen müsse man aber jetzt global umdenken. In 10 Jahren sei dies zu spät, so das Fazit von Prof. Dr. Lemke.

Dr. Sönke Hohn visualisierte mit einem Versuch den Vorgang der Übersäuerung der Meere: Durch die vielen CO2-Emissionen ist der PH-Wert der Meere in den letzten 100 Jahren gestiegen. Wenn CO2 ins Meer gelangt reagiert dies mit Wasser und so kommt es zur Entstehung von Kohlensäure. Wird das Meer zu „sauer“, so sterben Korallen ab und somit werden ganze Ökosysteme zerstört, wie es auch heute schon vielerorts zu beobachten ist.

Die Liste der erwarteten und auch jetzt teilweise schon spürbaren Folgen ist lang. Über mehr Hitzetage, Dürren, Starkregen und Unwetter, Zerstörung von Ökosystemen, Verlust der Biodiversität, Ausbreitung von Krankheiten bis hin zu ganzen Inseln, die untergehen und Millionen Flüchtlingen, die ihr zu Hause verlieren.

Während der Veranstaltung wurden somit immer wieder Jugendliche aus verschiedenen Teilen der Erde per Videokonferenz zugeschaltet, in denen sie uns schilderten, wie sie den Klimawandel, seine Folgen und was dagegen getan wird wahrnehmen.

Aber was kann jeder einzelne von uns tun?

Die pro-Kopf Emissionen in Deutschland entstehen laut dem WWF und dem UBA zu etwa 40 % bei dem Abbau von Rohstoffen, der Produktion, dem Transport und schließlich der Entsorgung von Produkten, die wir kaufen. Kurz gesagt, sie entstehen durch unseren ständigen Konsum. Aber auch die Beheizung unserer Gebäude sowie die Mobilität sind ernstzunehmende Faktoren. Die Ernährung scheint zunächst nicht so entscheidend, allerdings gibt es gerade in diesem Bereich die größten Schwankungen: Laut der Organisation „Brot für die Welt“ nimmt die Ernährung mit 35 % mit den größten Anteil der CO2-Emissionen ein. Dies sind aber ohnehin nur die durchschnittlichen Verteilungen der CO2 Emissionen der Deutschen auf die verschiedenen Bereiche. Entscheidend ist die Menge an CO2, die durch unseren Lebensstyl emittiert wird. Tipps zur Reduzierung deines eigenen CO2-Ausstoßes sind auf der nächsten Seite zu finden.

Auf dem Programm stand auch das Thema Energieeffizienz, worüber Prof. Dr. Johannes Üpping aufgeklärt hat. Je mehr Strom wir einsparen, so Üpping, desto schneller schaffen wir es, auf eine 100 % regenerative Stromerzeugung zu kommen. Außerdem sei ein weiterer wichtiger Punkt, dass der Strom besser und sinnvoll gespeichert werde, wenn an einem Tag die Stromproduktion über dem Verbrauch liege. Ein möglicher Weg läge dabei in der Programmierung von Algorithmen, welche den Stromverbrauch in Gebäuden durch die Kopplung der Endgeräte je nach Strompreis steuern können. Ohne eine effizientere Energienutzung und Energieeinsparung sei ein Übergang zu 100 % regenerativen Energien nicht möglich, meint Prof. Dr. Üpping.

Abschließend gab es noch eine Schüler-, sowie eine Expertentalkrunde. Leider war die Schülertalkrunde etwas enttäuschend. Aus der Expertentalkrunde ließ sich festhalten: Wir können einen Wandel zu einer nachhaltigeren Gesellschaft und die Einhaltung des 2 °C-Ziels der UN-Klimakonferenz von Paris schaffen, aber nur, wenn wir jetzt anfangen.

Dabei waren sich die Experten einig: Das Argument, welches meistens von Politikern aufgeführt wird, Klimaschutzmaßnahmen seien unwirtschaftlich, ist nicht haltbar. Denn der Klimawandel und seine Folgen werde allen heutigen und zukünftigen Generationen deutlich mehr kosten, als die Maßnahmen, die die Politik, aber auch jeder einzelne jetzt gegen den Klimawandel ergreifen müsste.

Katja Galler, Jahrgang 12