Darstellendes Spiel

Mitglieder der Fachgruppe Darstellendes Spiel:

Herr KaulKaDE/BI/DSFachobmann
Frau LoddersLdKu/EN/DS
Herr PoelmannPmBI/DE/DS


 

Allgemeine Informationen

Darstellendes Spiel – ein Experimentierfeld für vielfältige Formen zeitgenössischer Theaterkunst und damit ein zentrales Fach der ästhetischen Bildung.

Theater löst sich im Kontext einer veränderten Kultur- und Medienlandschaft zunehmend von den Vorgaben tradierter dramatischer Werke, verlässt zunehmend den traditionellen Raum der Guckkastenbühne und bewegt sich zwischen Rollenspiel und Performance, zwischen Dramentext und Textfragment, zwischen Sprechhandlungen und chorischer sowie choreografischer Darstellung.

Neben dem Erwerb einer theatralen Handlungskompetenz stärkt das Fach auch die personale Kompetenz: Die Schüler werden sich im theatralen Handeln ihrer eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen bewusst und sind in der Lage, diese richtig einzuschätzen und ihren Stärken zu vertrauen. Sie bauen Hemmungen ab, indem sie in geschütztem Raum Mut entwickeln, sich auf der Bühne zu präsentieren. Damit sammeln sie Erfahrungen, die ihr Selbstwertgefühl stärken können.

Unterrichtsinhalte

Einführungsphase

Die Schüler lernen das theatrale Zeichensystem (theaterästhetische Grundlagen) kennen:

Körpersprache und -bewegung, Stimme und Sprache, Rolle und Figuren(-konstellation), Raum und Raumkonzept, Spielfeld und Spielort, chorisches und choreographisches Spiel, Objekte und Requisiten, Maske und Kostüm, Licht und Ton sowie Medieneinsatz.

Sie nehmen erste Gestaltungsversuche vor (theaterästhetische Gestaltung) und sammeln grundlegende Erfahrungen in der Feedback-Kultur (theaterästhetische Kommunikation). Aspekte wie Kennenlernen, Wahrnehmen, Vertrauen und Ensemblebildung haben einen hohen Stellenwert.

Begleitend zum Unterricht finden Theaterbesuche sowie deren Vor- und Nachbereitung statt.

Qualifikationsphase

Die in der Einführungsphase geschaffenen Grundlagen werden anhand komplexer werdender Aufgabenstellungen differenziert, erweitert und vertieft; der Schwerpunkt liegt in der praktischen Gestaltung der eigenen Darstellungskunst und der Entwicklung von Kompositionsmethoden sowie deren Reflexion.

Ziel ist eine Aufführung des Ensembles auf einem Theaterabend, an dem alle DS-Kurse ihre Abschlussarbeiten präsentieren.

Projekte

 

 

 

 

 

 

Szenenwechsel – Die Theaterabende der Fachgruppe Darstellendes Spiel

„Wo ist er denn? Der kann jetzt nicht schon wieder weg sein! Eben lag er noch hier. Wo könnte er nur sein? Ich kann den Anfang nicht finden!“ Mit ihrem dynamischen Wortwechsel nehmen die Spieler/innen die Zuschauer gleich zu Beginn ihres Auftritts mit auf ihre wilde Reise „Vom Suchen und Finden“, denn wer kennt sie nicht, die Suche nach dem richtigen Anfang? Den Anfang des Theaterabends am OHG, der im Juni 2016 zum fünften Mal stattgefunden hat, haben zuvor bereits zwei weitere DS-Kurse des 11. Jahrgangs gemacht, mit der Präsentation ihrer Abschlussarbeiten, die – wenn denn erst ein Anfang gefunden wurde – im Verlauf des Schuljahrs entwickelt worden sind.

 

Der Anfang dieser mittlerweile traditionellen Theaterveranstaltung ist dagegen einfach auszumachen. Es war am Abend des 05. Juli 2012: Eine Katze aus längst vergessenen Kindheitstagen tänzelt verschlagen über die Bühne, beobachtet von Gretel, die sich erst einmal eine Zigarette ansteckt. Irgendwo zwischen „Heimat“ und „Wahn“ bewegen sich die Figuren an diesem Theaterabend, als „der Mond rot aufging, wie ein blutig Eisen“ und sich Franz Woyzeck nach den heißen Lippen seiner Frau Jeanny sehnt, auf denen nach seinem Empfinden entschieden zu viel rot ist…

Der Anfang war gemacht und fand ein Jahr später seine Fortsetzung mit der Frage „Was heißt hier eigentlich [un]gerecht?“ Es stehen keine Figuren, sondern eher personifizierte Haltungen auf der Bühne, wenn die Nostalgie die Leidenschaft entfacht oder sich die Spontaneität und die Euphorie ihre Bahn brechen, um in energiegeladenen Choreographien die Ängstlichkeit wieder auf Kurs zu bringen oder die Disziplin über Bord zu schmeißen, und feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, sich selbst gerecht zu werden. Diese Spielidee sollte sogar noch weiter reifen und ein Jahr später in Form eines Musicals auf der OHG-Bühne seine Darbietung finden.

Heimkehr, 2012
Woyzeck, 2012
Jein, 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den folgenden Jahren werden die Zügel losgelassen, die Schüler/innen sind aufgerufen, eigene Themen zu finden. Die Theaterabende werden zu schnellen „Szenenwechseln“, die Schüler/innen suchen und finden neue Gestaltungsformen: Als wäre sie geradewegs dem Kinokassenschlager „Fack ju Göhte” entsprungen, betritt Chantal in pinken Socken die Bühne, um im TV shoppen zu gehen und  einen Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer zu starten, während im Wirrwarr von „Sommernachtsdingsbums“ Namensschilder helfen, den Überblick über die Dramatis Personae zu behalten und Puck schließlich zum Staubsauger greift. Die Aula wird zu einem Kasernenhof, wenn eine ganze Kompanie aus jungen Rekruten aufmarschiert, oder zu einem Flughafen-Terminal, in dem ein verrücktes Huhn namens Gans, ein artgeschützter Panda oder ein schizophrenes Schaf auf gepackten Koffern sitzen und sich mit dem Wachhund oder ihren bröckelnden Scheinidentitäten herumschlagen.

TV Total, 2014
Sommernachtsdingsbums, 2014
Im Westen nichts Neues, 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In „bricks & balloons“ wird die Idee der abstrahierten Darstellung eines Themas durch das Spiel des gesamten Ensembles weiterentwickelt: In chorischen oder choreographisch gestalteten Szenen wird dem Zuschauer vor Augen geführt, wie sich der Einzelne fühlt, dem der Zugang zur Gemeinschaft verwehrt bleibt. Den Teamgedanken des Darstellenden Spiels konsequent weitergedacht hat dann die Spielgruppe, die sich auf die Suche gemacht hat, nach dem Anfang, nach Schuhen, Doppelgängern, Geld oder Namen und dabei auch das Publikum nicht verschont. Zum Glück gelingt es ihnen in ihrem Spielrausch nicht, ein Ende zu finden: So darf man auf weitere Theaterabende mit neuen Inszenierungen gespannt sein.

Animal Lounge, 2015
bricks & balloons, 2016
Vom Suchen und Finden, 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

Nützliche Links

Musiktheater-Produktionen des OHG Springe